Hier haben wir Ihnen einige Hochzeits-Bräuche aufgelistet und erklärt
Braut „Ausstattung“
"Something old, something new, something borrowed, something blue and a silver sixpence in your shoe." (engl.: „Etwas altes, etwas neues, etwas ausgeliehenes, etwas blaues und eine Silbermünze in Deinem Schuh“) so lautet der englische Originallaut zum Brauch der Braut, etwas Altes (steht für ihr vergangenes Leben), etwas Neues (steht für ihren neuen Lebensabschnitt), etwas Geborgtes (steht für Freundschaft und Glück) und etwas Blaues (steht für Treue) zu tragen. Dieser Brauch geht bis in die Viktorianische Zeit zurück und kommt aus dem Englischen. Das Blau stammt noch aus den biblischen Zeiten als die Farbe für Reinheit und Treue stand und ist seit 600 Jahren die Farbe des glücklichen Ehelebens. Häufig trägt die Braut für etwas Geborgtes ein Schmuckstück, das in ihrer Familie von Generation zu Generation weitergereicht wird, oder manchmal auch das Brautkleid ihrer Mutter oder Großmutter. Etwas Geborgtes zu tragen, das schon von einer anderen glücklichen Braut zu ihrer Hochzeit getragen wurde, soll Glück mit in die frisch geschlossene Ehe bringen. Der letzte Teil des englischen Spruches wird heute gar nicht mehr erwähnt: „...and a silver sixpence in your shoe“ („… und eine Silbermünze in deinem Schuh“) - Eine Silbermünze wurde im linken Schuh der Braut als Symbol des Wohlstandes platziert. Dies sollte der Braut nicht nur finanziellen Wohlstand, sondern auch ein Eheleben mit Freude und Glückseeligkeit bescheren.
Brautstrauß
Der Brautstrauß muss vom Bräutigam ausgesucht und gekauft werden. Der Brautstrauß war früher nicht nur als Schmuck der Braut gedacht. Er sollte mit seinen schönen Blumen böse Geister besänftigen. Nach der Trauung wirft die Braut den Strauß rückwärts unter die umstehenden, unverheirateten Frauen*. Der Glaube besagt, dass diejenige, die den Strauß fängt, als nächste heiraten wird. Dieser Brauch scheint in Amerika kurz nach 1900 aufgekommen zu sein.
Amüsanterweise war es in Lancashire so, dass die Brautjungfer den Schuh der Braut warf: der Mann, der getroffen wurde, würde als nächster heiraten – um einen blauen Fleck kam er wohl selten herum.
*) Tipp: Dies kann auch auf der anschließenden Feier gemacht werden, damit der Strauß auch auf die Fotos kommt. Ggf. können Sie sich auch einen zweiten Strauß machen lassen, der extra für das Brautstraußwerfen gedacht ist, wenn Sie Ihren Strauß behalten möchten. Wir unterstützen Sie natürlich mit Trommelwirbel und Moderation.
Das Strumpfband
Häufig wird das Strumpfband in der Farbe blau gewählt um der „Braut-Ausstattung“ zu entsprechen. Der Bräutigam nimmt seiner Braut spät am Abend der Feier das sexy Accessoire vor allen Männern der Gäste ab und wirft es in die Männer-Menge. Derjenige, der es fängt, wird schon bald heiraten. Dies gilt im Zuge der Gleichberechtigung als Aktion für die Männer – im Gegenzug gibt es das Brautstraußwerfen für die Frauen.
Der Kerzentanz
Die Braut soll mit allen Männern der Bräutigam-Gesellschaft um drei Kerzen, die dabei nicht ausgehen dürfen, tanzen. Dies soll Geister davon abhalten, sich zwischen das junge Glück und die Familie zu stellen.*
* Auf diese Spektakel kann aus unserer Sicht allein schon aus Sicherheitsgründen gut verzichtet werden. Stattdessen könnten z.B. Gäste Teelichter vorbereiten, die in sehr großer Herzform auf den Boden gestellt werden. Das Brautpaar – welches in mitten der Kerzen ausreichend Platz (+Puffer!) haben muss, kann dann zu einem romantischen Lied aneinander angeschmiegt tanzen.
Hochzeitskerze
Jede Handelssparte will am Thema Hochzeit verdienen – daher gibt es auch extra verzierte Kerzen zur Hochzeit. Meist handelt es sich dabei um eine große Kerze mit kirchlichen Verzierungen, eine Aufstellung der Hochzeitsjubiläen, Blumen- oder Musterverzierungen sowie entsprechende Sprüche wie „Zur Hochzeit“. Es gibt die Kerzen in jeder Preiskategorie ab ca. 15 Euro. Dennoch schafft die Kerze generell eine schöne Atmosphäre. Die Kerze kann z.B. vom Brautpaar selbst oder von einem Kind bzw. Freund in die Kirche getragen werden. Sie soll die Gebete Richtung Himmel tragen. Ein netter Brauch ist es, die Kerze bei der Tafel und Feier auch brennen zu lassen.
Hochzeitstorte
Auch das süße Meisterwerk gilt als Fruchtbarkeitssymbol. Je größer und schöner sie ist, desto mehr Kinder wird das Brautpaar bekommen. Testen Sie unbedingt bereits während Ihrer Planungen die von Ihrem Konditor veranschlagte Torte (ähnlich wie Probeessen) – es gibt geschmacklich himmelweite Unterschiede. Wann die Torte angeschnitten wird, bleibt dem Brautpaar überlassen.* Um das Eheglück abzusichern, sollten sich die Brautleute auf dem Fest gegenseitig mit einem Stück Torte füttern.
* Wir halten für Sie eine passende Musik für die Einfuhr der Torte bereit. Oft wird die Torte um Mitternacht oder in den späten Abendstunden (ab 22 Uhr) mit Wunderkerzen serviert und setzt somit einen eigenen Höhepunkt Ihrer Feier. Es ist üblich, dass das Brautpaar die Torte gemeinschaftlich anschneidet (Fotos, Video), sich gegenseitig etwas abgibt und Stückeweise an die Gäste verteilt. Letzteres kann dann natürlich auch vom Bedienpersonal übernommen werden.
Reis werfen & Blumenkinder streuen Blüten
Nach der Trauung wird das Brautpaar mit Reis beworfen. Dies soll ein Symbol der Fruchtbarkeit sein. Die Anzahl der Reiskörner im Haar der Braut geben die spätere Anzahl der Kinder an. Dieser Brauch kommt aus dem asiatischen Raum. Auch das romantische Streuen von Blüten soll die Fruchtbarkeitsgötter anlocken und dem Brautpaar reichlich Nachwuchs bescheren. *
*) Vorsicht: Reis oder Konfetti werfen ist zwar ein sehr alter Brauch – heutzutage muss aber danach ordentlich gekehrt und entsorgt werden. Rutschgefahr!
Brautjungfern
Die Brautjungfern sollten unverheiratete Frauen sein, die die Braut in die Kirche begleiten. Da sie meist ähnliche Kleider wie die Braut tragen, sollen sie die bösen Geister von der Braut ablenken. Sie waren früher gleich gekleidet wie die Braut, um böse Geister zu verwirren. Heute wird dieser Brauch in abgewandelter Form praktiziert - die Brautjungfrauen tragen andere Kleider als die Braut und gehen vor dem Bräutigam in die Kirche, um das Böse zu Vertreiben.
Der Schleier
Der zarte Stoff gilt als Sinnbild für Jungfräulichkeit und Unberührtheit. Erst nach dem „Ja“ wird er gelüftet. Damit soll die Entjungferung symbolisiert werden. Den Schleier darf ausschließlich die Braut tragen. Probiert eine Freundin der Braut den Schleier, so wird sie der Sage nach den Bräutigam verführen.
Schleiertanz
Beim Schleiertanz (meist um Mitternacht) soll der Braut der Schleier abgenommen und in kleine Stücke gerissen werden. (Am besten einen separaten Schleicher für diesen Traditionsakt bereitlegen) Diese Stücke werden dann an die Freundinnen und Brautjungfern verteilt, damit diese auch etwas von dem reichen Segen abbekommen, den die Brautleute an ihrem Hochzeitstag erfahren haben. Um Mitternacht muss die Braut auf die Tanzfläche. Alle unverheirateten Freundinnen versammeln sich um die Braut und stürzen sich gleichzeitig auf den Schleier. Jede soll ein Stück bekommen. Romantischere Variante: Die Trauzeugin nimmt der Braut den Schleier ab. Die Braut muss danach versuchen, ihn einer Freundin anzustecken. Das erwischte Mädel wird die nächste Braut.
Dosen am Auto und/oder Hupkonzert
Die lauten Geräusche sollen die Menschen im Ort darauf aufmerksam machen, dass ein Hochzeitspaar vorbeifährt. Das Hupen wird von anderen Verkehrsteilnehmern als Jubel erwidert. (in der StVO gibt es hierzu allerdings keine Regelung – Vorsicht Knöllchen)
Braut über die Schwelle tragen
Angeblich lauern unter der Türschwelle böse Geister, die der Braut ihr Glück missgönnen. Um sie vor diesen dunklen Mächten zu beschützen, muss der Bräutigam seine Frau über die Schwelle tragen. Dieser romantische Brauch wird auch heute noch gerne vom Bräutigam praktiziert. Er trägt seine Braut bis ins Bett - die Hochzeitsnacht kann beginnen.
Brautschuhe mit Pfennigen bezahlen
Da früher die Leute arm waren, musste man für die Aussteuer der Braut richtig sparen. Wenn eine Braut daher ihre Brautschuhe durch ständige Sparsamkeit selbst bezahlen konnte, war dies für den zukünftigen Ehemann ein Zeichen, dass die Frau sparsam und treu ist. Zum Leidwesen der Brautmodenläden ist von der Tradition noch heute übrig die Schuhe in Münzen zu bezahlen.
Polterabend
Durch das Zerscheppern von Porzellan sollen die bösen Geister vertrieben und das Paar glücklich werden. Früher war es üblich, den Polterabend am Tag vor der Hochzeit zu feiern. Dabei wurde Keramik- oder Tongeschirr zerschlagen, um böse Geister zu vertreiben. Heutzutage wird empfohlen, den Polterabend schon ein paar Tage vor der Hochzeit abzuhalten. Schließlich will niemand, dass der Bräutigam an seinem großen Tag die Farbe einer Wasserleiche hat. Beim Polterabend darf auf keinen Fall Glas zerschlagen werden. Glas steht nämlich für Unglück! Es ist auch üblich, dass der Braut ihr Schleier am Polterabend überreicht wird. Am Tag nach der Feier muss der Bräutigam die Ton-Scherben zusammenkehren.
Die Tageswahl
Wie sollte es anders sein, auch der Wochentag, an dem geheiratet wird, ist nicht ohne Bedeutung. Hier eine Aufstellung:
Sonntag: Feuer & Löwe, Ehe wie ein Wirbelsturm
Montag: Wasser & Krebs, einfühlsame Ehe
Dienstag: Widder & Skorpion, feurige Ehe
Mittwoch: Merkur, Gegensätze ziehen sich an
Donnerstag: Fisch & Schütze, leidenschaftliche Ehe
Freitag: Erde, reicher Kindersegen
Samstag: Wasser, Luft, Feuer & Erde, Ehe wird nicht langweilig
Bitte Zahlen
Früher war es üblich, dass der Brautvater für die Feier aufkam. Zum Glück der Brauteltern ist dieser Brauch heute schon weitgehend aufgeweicht worden. Das Brautkleid wird aus Tradition entweder vom Bräutigam oder von den Brauteltern bezahlt. Der Schleier soll von den Freundinnen der Braut finanziert werden. Brautschuhe müssen von der Braut mit Münzen bezahlt werden, denn nur dann gilt sie als sparsam. Beim Rest der Feierlichkeiten dürfen sich alle Beteiligten darum zanken, wer zahlen darf.
Der Junggesellenabschied
Braut und Bräutigam "verabschieden" sich getrennt von einander mit Freundinnen bzw. Freunden vom Ledigendasein. Oft werden die Brautleute noch ein letztes Mal in Versuchung geführt. So ist es üblich, Stripper/innen zu engagieren und sich hemmungslos zu betrinken. Die Planung dieser Feiern kommt meist von den Freunden/innen, die auch für die Feier aufkommen.
Das Hochzeitskleid
Der Bräutigam darf das Kleid vor der Hochzeit nicht sehen - bringt Unglück. Die Braut soll ihr Kleid nicht selber nähen - jeder Stich bringt Tränen. Das Kleid soll erst am Tag der Hochzeit fertig werden. Trick: Kurz vor der Trauung noch ein Detail verändern. Die Braut darf erst in den Spiegel schauen, wenn sie komplett fertig ist - vorheriges Spähen bringt Unglück. Ein Cent im Schuh der Braut soll das Ehepaar vor Geldsorgen beschützen.
Der Vater bringt die Braut zum Altar …
Dies ist kein deutscher, sondern ein amerikanischer Brauch und entstammt den Hollywood-Produktionen. Bei einer deutschen Hochzeit geht der Pfarrer voran und das Brautpaar hinterher. Die evangelische Kirche veranstaltet einen Gottesdienst anlässlich der standesamtlichen Eheschließung; die katholische Kirche veranstaltet eine eigenständige Trauung. Wenn Sie allerdings unbedingt à la Julia Roberts heiraten wollen, wird Ihr Pfarrer Ihnen das sicherlich nicht absprechen. Sie sollten sich allerdings über die historischen Wurzeln dieses Brauchs im Klaren sein: der Vater übergab am Alter die Tochter in den Besitz des Bräutigams.